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Neue Top-Level-Domains
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Als Neue Top-Level-Domains (New gTLDs) werden die generischen Top-Level-Domains bezeichnet, die seit 2013 von der Internet-Verwaltung ICANN neu eingefĂŒhrt wurden. Zu den insgesamt 1.930 eingereichten Bewerbungen zĂ€hlen beispielsweise .blog, .web, .online, .shop, .adac, .app, .bosch oder .berlin, .wien, .swiss.cite-ref-1[1] Die von der ICANN koordinierte Vergabe der neuen Domains wurde ĂŒber zehn Jahre diskutiert und vorbereitet.
Contents
âą Hintergrund
âą Entwicklung
âą Bewerbungsphase
âą Markenschutz
âą Verbreitung
âą Sonstiges
âą Kritik
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Hintergrund
Hintergrund der EinfĂŒhrung neuer Top-Level-Domains ist der Umstand, dass immer weniger kurze und damit einprĂ€gsame Adressen unter den bestehenden Endungen verfĂŒgbar sind. Insbesondere die generischen Domains .com, .net und .org, aber auch ihre lĂ€nderspezifischen Pendants wie beispielsweise .de oder .cn verzeichnen seit Jahren eine groĂe Nachfrage, sodass sehr viele denkbare Zeichenketten auf zweiter Ebene bereits belegt sind.cite-ref-2[2] Aus diesem Grund hat die ICANN bereits vor Jahren die Möglichkeit geschaffen, bestimmte Erweiterungen einzufĂŒhren und durch einen sogenannten Sponsor verwalten zu lassen, wie es etwa bei .jobs und .aero der Fall ist. Verteilt auf zwei Runden wurden in den Jahren 2000 und 2004 schrittweise zahlreiche generische Top-Level-Domains eingefĂŒhrt.
Entwicklung
Aufgrund des anhaltenden Interesses der Branche wurde im Juni 2008 beschlossen, die Regeln fĂŒr neue Domains radikal zu lockern.cite-ref-3[3] Praktisch jeder denkbare Begriff, der nicht gegen die GrundsĂ€tze der ICANN verstöĂt oder einer anderen TLD zu Ă€hnlich ist, sollte registriert werden können; eine Unterscheidung zwischen Singular und Plural wurde ebenfalls nicht gemacht.cite-ref-generics-4-0[4] Die Lockerung der Vergabekriterien wurde zwar ĂŒberwiegend positiv aufgenommen, aber auch kritisch gesehen: So gab es zahlreiche EinwĂ€nde von Experten, die Root-Zone des Domain Name System könnte aufgrund der Vielzahl neuer Domains instabil werden.
Bewerbungsphase
Nur wenige Monate nach dem Beschluss, neue gesponserte Top-Level-Domains einzufĂŒhren, wurden die ersten Initiativen fĂŒr bestimmte Adressen gegrĂŒndet â entweder in Form eines Vereins, hĂ€ufiger aber im Rahmen einer Kapitalgesellschaft. Beispielsweise wurde die dotBERLIN GmbH & Co. KG ins Leben gerufen, um sich fĂŒr eine eigene Domain der Hauptstadt zu bewerben. Die Bewerbung des Unternehmens wird von der Senatskanzlei offiziell unterstĂŒtzt, was fĂŒr die Zulassung durch die ICANN unbedingt notwendig ist.cite-ref-5[5] Insgesamt bemĂŒhten sich 140 Organisationen schon vor dem offiziellen Start um eine eigene Adresse.
Das Programm fĂŒr neue generische Top-Level-Domains wurde am 20. Juni 2011 offiziell durch die ICANN beschlossencite-ref-6[6]cite-ref-7[7], Bewerbungen hat sie offiziell aber erst ab dem 12. Januar 2012 angenommen.cite-ref-8[8] FĂŒr jede einzelne Domain, die eingefĂŒhrt werden sollte, mussten Bewerber eine GebĂŒhr in Höhe von 185.000 US-Dollar entrichten â damit sollten solche Interessenten vom Verfahren abgehalten werden, die den Betrieb einer Domain in der Praxis nicht bewerkstelligen können. Der Betrag ist unabhĂ€ngig davon, ob die Top-Level-Domain letztendlich gestartet wird oder nicht. Falls die PrĂŒfung tatsĂ€chlich positiv ausfĂ€llt, mĂŒssen Bewerber noch einmal 25.000 Dollar je Domain entrichten.cite-ref-9[9]
Eigentlich sollte die Bewerbungsphase genau drei Monate laufen und am 12. April 2012 abgeschlossen werden. Letzterer Zeitpunkt war aufgrund technischer Probleme aber nicht zu halten: ZunĂ€chst wurde spekuliert, das Antragssystem TAS (fĂŒr TLD Application System) kĂ€me nicht mit Sonderzeichen zurecht. SpĂ€ter gab die ICANN jedoch bekannt, Bewerber hĂ€tten durch eine LĂŒcke möglicherweise die von Konkurrenten eingereichten Unterlagen einsehen können, auĂerdem wurden Passwörter als bereits vergeben gekennzeichnet. Daher wurde das TAS zeitweise abgeschaltet und die Bewerbungsphase bis zum 20. April 2012 verlĂ€ngert.cite-ref-10[10]
Veröffentlichungen
Eigentlich war geplant, die erhaltenen Bewerbungen schrittweise zu veröffentlichen. Aufgrund des groĂen Interesses an den neuen Top-Level-Domains entschloss sich die ICANN jedoch noch wĂ€hrend der Bewerbungsphase, gleichzeitig ĂŒber sĂ€mtliche AntrĂ€ge zu informieren, um niemanden zu benachteiligen. Am 13. Juni 2012 wurde schlieĂlich eine Liste aller gewĂŒnschten Adressen und deren Interessenten ins Netz gestellt.cite-ref-11[11] Besonders groĂe Nachfrage verzeichnete nicht â wie zunĂ€chst erwartet â die Top-Level-Domain .sex, auf die sich lediglich die Vergabestelle von .xxx beworben hat, sondern .app mit insgesamt 13 Bewerbern. Deutsche Organisationen haben knapp 70 Adressen beantragt, darunter befinden sich auch Top-Level-Domains von prominenten Unternehmen wie der Adidas SE, Linde AG oder Deutsche Post AG.cite-ref-12[12] Unangefochtener Spitzenreiter unter den Bewerbern ist Google Inc., das ĂŒber 100 neue Top-Level-Domains vergeben möchte.cite-ref-13[13]
Antragseinreichung
Die ĂŒberwĂ€ltigende Nachfrage nach neuen Top-Level-Domains machte bereits wĂ€hrend der Bewerbungsphase deutlich, dass die ICANN nicht alle AntrĂ€ge in einem Schritt prĂŒfen kann. Daher haben sich die Gremien Anfang April 2012 auf ein anderes Verfahren geeinigt: SĂ€mtliche Endungen sollten in mehrere Pakete von je 500 bzw. 400 Domains aufgeteilt werden, die sequenziell abgearbeitet werden. Welche Top-Level-Domain in welchem Paket platziert wird, wollte die ICANN im Rahmen des sogenannten digitalen BogenschieĂens (Digital Archery) ermitteln. Dabei mĂŒssten Bewerber sich auf einer Website anmelden â und zwar möglichst auf die Sekunde genau zu einem Zeitpunkt, den sie Monate vorher bestimmt haben. Je nachdem, wie groĂ der Unterschied zwischen geplanter und erreichter Zeit war, wĂ€re eine Endung weiter vorne oder hinten in einem Paket beziehungsweise der gesamten Bewerberliste platziert worden.cite-ref-14[14]
Das digitale BogenschieĂen wurde öffentlich heftig kritisiert, da die ICANN einzelne Gruppen auch noch regional aufteilt. So wĂ€ren zum Beispiel alle Bewerber aus SĂŒdamerika und Afrika automatisch in der ersten Runde ausgewertet worden, da dort vergleichsweise wenig neue Top-Level-Domains gewĂŒnscht wurden.cite-ref-15[15] Nachdem das System am 8. Juni 2012 planmĂ€Ăig gestartet war und eigentlich bis zum Ende des Monats laufen sollte, hat die ICANN es am 23. Juni vorzeitig abgebrochen. Grund dafĂŒr war nicht die anhaltende Kritik der Bewerber, sondern ein Softwarefehler bei der Errechnung des Zeitstempels, der fĂŒr das gesamte Verfahren entscheidend ist.cite-ref-16[16]
PrĂŒfung der AntrĂ€ge
Nach dem Stopp des zunĂ€chst vorgesehenen Vergabeverfahrens wollte die ICANN sĂ€mtliche Bewerbungen nun doch gleichzeitig prĂŒfen. Die EinfĂŒhrung der neuen Top-Level-Domains verzögerte sich infolgedessen um sechs Monate und wurde fĂŒr das zweite Quartal 2013 erwartet.cite-ref-17[17] Allerdings hat man sich dazu verpflichtet, jĂ€hrlich nie mehr als 1.000 Domains einzufĂŒhren, weshalb die neuen Endungen doch noch in Gruppen unterteilt werden mussten. Eine Lotterie entschied im Dezember 2012 ĂŒber den genauen Startplatz.cite-ref-18[18]
Die Ergebnisse des Prioritization Draw genannten Verfahrens wurden am 18. Dezember von der ICANN veröffentlicht.cite-ref-19[19] Die Endungen fĂŒr internationalisierte Domainnamen werden bevorzugt behandelt, insgesamt sollen 107 neue Top-Level-Domains mit Sonderzeichen vor rein alphanumerischen Domains eingefĂŒhrt werden.cite-ref-20[20]
Im Verlauf des FrĂŒhjahrs 2013 haben zahlreiche Unternehmen ihre Bewerbung zurĂŒckgenommen, meist ohne nĂ€here GrĂŒnde zu nennen. Zu den bekanntesten Beispielen zĂ€hlen General Motors sowie die H. J. Heinz Company, die damit nicht mehr an der EinfĂŒhrung von .cadillac beziehungsweise .ketchup und anderen Domains interessiert waren.cite-ref-21[21] Im MĂ€rz 2013 lag die Zahl der einseitig beendeten Bewerbungen bei 24, im Juli bereits bei 89 Domains.cite-ref-22[22]
EndgĂŒltige EinfĂŒhrung
Im Februar 2013 gab die ICANN bekannt, die Entscheidung ĂŒber die EinfĂŒhrung der ersten neuen Top-Level-Domains werde im April gefĂ€llt.cite-ref-23[23] Dann sollte auch das sogenannte Trademark Clearinghouse seine Arbeit aufnehmen, das sich um die Rechte von Markeninhabern kĂŒmmern soll. Experten erwarteten, dass die ersten newgTLDs spĂ€testens Mitte des Jahres 2013 in den aktiven Betrieb gehen wĂŒrden.cite-ref-24[24]
TatsĂ€chlich wurden Ergebnisse der sogenannten Initial Evaluation fĂŒr die ersten 27 neuen Top-Level-Domains bereits Ende MĂ€rz veröffentlicht. Entsprechend der zuvor beim Priorization Draw festgelegten Reihenfolge handelte es sich dabei um internationalisierte Domains.cite-ref-25[25]cite-ref-26[26] Im Juli wollte die ICANN mit dem sogenannten Pre-Delegation Testing beginnen, bei dem neue Top-Level-Domains fĂŒr jeweils zwei Wochen in der Root Zone eingetragen und getestet werden. Sofern keine Probleme festgestellt worden wĂ€ren, hĂ€tten neue Endungen ab Ende August bei der IANA delegiert und nach damaliger Planung ab September registriert werden können.cite-ref-27[27]
Im Juli 2013 gab die ICANN bekannt, die ersten VertrĂ€ge fĂŒr den Betrieb neuer Top-Level-Domains unterzeichnet zu haben. Bei der ersten Runde von Endungen handelte es sich ausschlieĂlich um internationalisierte Domainnamen.cite-ref-28[28] Im August 2013 gab die ICANN Wartefristen bei der Inbetriebnahme neuer Namen bekannt. Demnach können 80 % der beantragten Top-Level-Domains 120 Tage nach Unterzeichnung der VertrĂ€ge in Betrieb genommen und nach weiteren 30 Tagen Domains unterhalb dieser Top-Level-Domain aktiviert werden. Die Inbetriebnahme der ĂŒbrigen 20 % TLDs wurde zunĂ€chst verschoben. Hintergrund ist eine Studie, nach der einige der neuen Namen bereits intern in lokalen Netzen verwendet werden, was bei Kollision mit einer TLD zu technischen Problem fĂŒhren könnte.cite-ref-29[29]
Am 23. Oktober 2013 wurden die ersten vier neuen Top-Level-Domains xn--80asehdb (russisch ĐŸĐœĐ»Đ°ĐčĐœ âonlineâ), xn--80aswg (russisch ŃаĐčŃ âWebsiteâ), xn--ngbc5azd (arabisch ŰŽŰšÙŰ© âNetzwerkâ) und xn--unup4y (chinesisch æžžæ â âSpielâ) in der Root-Zone in Betrieb genommen.cite-ref-30[30]
Markenschutz
Trademark Clearinghouse
â
Hauptartikel
:
Trademark Clearinghouse
Bereits wĂ€hrend der Vorbereitungen fĂŒr das Programm zur EinfĂŒhrung neuer generischer Top-Level-Domains gab die ICANN bekannt, dem Markenrecht mehr Bedeutung zumessen zu wollen. Im November 2010 wurde bekannt, dass zu diesem Zweck das sogenannte Trademark Clearinghouse eingerichtet werde.cite-ref-31[31] Dieses stellt ein zentrales Register dar, in dem Marken vermerkt werden können. Sofern eine neue Endung oder eine Domain beantragt wird, die mit dem hinterlegten Datensatz identisch ist, wird der Inhaber ĂŒber den Vorgang informiert und kann gegebenenfalls eigene Rechte an einer (Top-Level-)Domain geltend machen. Mit der technischen Realisierung des Trademark Clearinghouse wurden IBM und Deloitte beauftragt. Vertreter der Registrare ĂŒbten starke Kritik an einzelnen Prozessen des Trademark Clearinghouse, insbesondere am mit der PrĂŒfung verbundenen organisatorischen Aufwand und den GebĂŒhren.cite-ref-32[32] Letztendlich einigten sich die Vertreter der Branche aber mit der ICANN, sodass das Trademark Clearinghouse am 26. MĂ€rz 2013 in Betrieb gehen konnte.cite-ref-33[33]
Uniform Rapid Suspension
Neben dem Trademark Clearinghouse unterhĂ€lt die ICANN fĂŒr die neuen Top-Level-Domains zusĂ€tzlich das Uniform Rapid Suspension (URS). Im Falle einer Domain, die einer eingetragenen Marke nachweisbar Ă€hnlich sieht und missbrĂ€uchlich registriert wurde, kann der Markeninhaber eine Suspendierung der Adresse beantragen.cite-ref-34[34] Dies verhindert, dass eine Domain verkauft oder zu einem anderen Registrar gewechselt werden kann, bis der Streit gegebenenfalls gerichtlich beigelegt wurde. Beschwerden im URS sind kostenpflichtig, werden automatisiert erfasst und dĂŒrfen höchstens eine LĂ€nge von 500 Wörtern haben, die Antwort des Betroffenen maximal 2.500 Wörter.cite-ref-35[35]
Verbotene Bezeichnungen
Begriffe, die nicht als Marke anerkannt sind, aber dennoch den Schutz internationaler Abkommen genieĂen, werden von der ICANN durch eine Liste verbotener Begriffe geschĂŒtzt.cite-ref-36[36] Sie enthielt im Oktober 2013 ĂŒber 600 Wörter, die in keiner Domain unterhalb der neuen Top-Level-Domains genutzt werden können. Beispiele sind das Internationale Olympische Komitee, die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung oder auch Interpol.cite-ref-37[37] FĂŒr die Eintragung auf der entsprechenden Liste existiert kein standardisiertes öffentliches Verfahren.
Verbreitung
Die Verbreitung der neuen Domains ist unterschiedlich. VerlĂ€ssliche Zahlen sind schwer zu bekommen; zwar gibt es genaue Zahlen ĂŒber die Anzahl registrierter Domainscite-ref-38[38], allerdings besagt das nichts ĂŒber die tatsĂ€chliche Nutzung. So werden viele Domains defensiv registriert und leiten nur auf eine bestehende WebprĂ€senz weiter, oder sie werden spekulativ zum Verkauf registriert, oder sie werden fĂŒr Spam genutztcite-ref-39[39]. Dies betrifft insbesondere Domains, die ĂŒber Marketing-Aktionen nahezu kostenlos vergeben werden.
Website-Analysestatistiken zeigen, dass die momentan (2016) meistgenutzte neue TLD .xyz ist mit einem Anteil von 0,3 % der Websites; damit liegt sie noch hinter diversen kleineren LĂ€nderdomains.cite-ref-40[40]
Allerdings gab es auch schon gröĂere DomainverkĂ€ufe von ĂŒber 100.000 US-Dollar.cite-ref-41[41] Dies zeigt, dass einige Investoren durchaus mit einem Erfolg rechnen.
Vorsicht ist geboten bei Meinungsartikeln in diversen Foren oder Blogs, da diese oft von Inhabern betrieben werden, die selber mit Domains Geld verdienen und deshalb nicht unbedingt unparteiisch sind.
Sonstiges
⹠Google Inc. und Amazon.com haben die meisten neuen gTLDs beantragt und Entgelte in Millionenhöhe an die ICANN gezahlt.cite-ref-42[42]
âą UnabhĂ€ngig von der spĂ€teren EinfĂŒhrung von .sport hat das International Rugby Board als einziger Spitzenverband des Sports sein Interesse an .rugby bekundet.cite-ref-44[44]
âą Die Bewerbung der Initiative dotHIV um die Top-Level-Domain .hiv hat ĂŒberregionale Bekanntheit erreicht. Ziel war die Bereitstellung einer virtuellen AIDS-Schleife, die Zugriffe in Spenden umwandelt.cite-ref-45[45] Bei der Endung handelte es sich zum Zeitpunkt der Beantragung um die einzige TLD, die einem gemeinnĂŒtzigen Hintergrund folgte.cite-ref-46[46]
âą Die Islamische Republik Iran hat sich bei der ICANN ĂŒber die EinfĂŒhrung von .gay beschwert. Die Endung verbreite Hass und Feindseligkeit in der Gesellschaft, so die offizielle Stellungnahme.cite-ref-47[47] Andere Bewerbungen wie .casino oder .poker wurden ebenfalls beanstandet.
âą Die Fluglinie Swiss International Air Lines hat sich von der Bewerbung um .swiss zurĂŒckgezogen. Grund war eine Mitteilung der Schweizer Bundesregierung, die in der Kontrolle der Top-Level-Domain eine mögliche Verletzung der öffentlichen Interessen des Landes sah.cite-ref-48[48] Die Domain .swiss wurde schlieĂlich tatsĂ€chlich an die Schweizerische Eidgenossenschaft vergeben. Der Bund hat das Bundesamt fĂŒr Kommunikation mit deren Betrieb beauftragt.cite-ref-49[49]
âą Im MĂ€rz 2013 legte das At-Large Advisory Committee eine ErklĂ€rung vor, in der einzig und alleine die EinfĂŒhrung von .health ausdrĂŒcklich abgelehnt wird. Die Mitglieder des Komitees Ă€uĂersten darin Bedenken bezĂŒglich des Verbraucherschutzes.cite-ref-50[50] Die Domain .health wurde 2015 eingefĂŒhrt.cite-ref-51[51]
âą Mit 1&1 zog einer der bekanntesten E-Mail-Provider seine Bewerbung um .mail im April 2013 zurĂŒck. Der Antrag auf Vergabe der Top-Level-Domain .gmx fĂŒr GMX bestand weiter.cite-ref-52[52] Die Domain .gmx wurde 2014 eingefĂŒhrt.cite-ref-53[53]
âą Die Unternehmensberatung McKinsey & Company hat die Initial Evaluation im Juli 2013 nicht abgeschlossen, sodass davon auszugehen war, dass die Domain .mckinsey nicht eingefĂŒhrt werden könnte.cite-ref-reserve-54-0[54] 2016 wurde die Domain eingefĂŒhrt.cite-ref-55[55]
âą Nach dem Willen der Deutschen Bundesregierung sollen Domains unterhalb von .gmbh nur an Gesellschaften vergeben werden, die auch tatsĂ€chlich die entsprechende Rechtsform fĂŒhren. Die ICANN wurde Mitte 2013 formell darum gebeten, die Einhaltung dieses Wunsches sicherzustellencite-ref-56[56], um den GeschĂ€ftsverkehr nicht zu gefĂ€hrden. TatsĂ€chlich werden .gmbh-Domains nur an im Handelsregister eingetragene Unternehmen vergeben.cite-ref-57[57]
âą Im September 2013 wandte sich die Islamische Republik Iran schriftlich an die ICANN und forderte, die neuen Domains .islam und .halal sollten unter eine zentrale Verwaltung gestellt werden. Dies solle sicherstellen, dass die Vergabe der Adressen unabhĂ€ngig vom Einfluss einzelner LĂ€nder geschehe und von der gesamten islamischen Glaubensgemeinschaft unterstĂŒtzt werde. Die Erfolgsaussichten der Anfrage wurden von Experten kritisch beurteilt, die ICANN Ă€uĂerte sich nicht offiziell zu der Anfrage.cite-ref-58[58] 2018 wurde die EinfĂŒhrung der Endungen .islam und .halal von der ICANN abgelehnt.cite-ref-59[59]
Kritik
Seit Juni 2012 nimmt die ICANN im Rahmen der sogenannten Objection Period EinsprĂŒche gegen beantragte Top-Level-Domains entgegen. Das Verfahren wurde kritisiert, weil die Frist zur Abgabe von Beschwerden zunĂ€chst zu kurz angesetzt war, woraufhin der Zeitraum im Dezember 2012 bis zum 31. MĂ€rz 2013 ausgedehnt wurde. Experten bemĂ€ngeln auĂerdem die Tatsache, dass EinsprĂŒche nur gegen Zahlung einer GebĂŒhr bearbeitet werden. Sie liegt zwischen 2.000 und 8.000 US-Dollar.cite-ref-60[60]
Im April 2013 wurde auf dem 46. Treffen der ICANN in Peking erneut die Kritik geĂ€uĂert, die groĂe Zahl neuer Domains gefĂ€hrde möglicherweise die StabilitĂ€t des gesamten Internets. Die BefĂŒrchtung bezog sich konkret darauf, dass SchlĂŒsselkomponenten der Root Zone nicht ausreichend leistungsstark seien, um den zusĂ€tzlichen Aufwand fĂŒr die Auflösung der neuen Endungen zu bearbeiten.cite-ref-61[61]
Verisign verlangte Mitte 2013 Auskunft von der ICANN, fĂŒr welchen Zweck sie eine Risikoreserve aufgebaut habe. Diese betrug 115,8 Millionen US-Dollar und wurde vor allem aus den GebĂŒhren des Programms zur EinfĂŒhrung neuer Top-Level-Domains gespeist. Die Höhe der RĂŒcklagen wurde als unangemessen kritisiert und es wurde darum gebeten, sie teilweise wieder an die Bewerber zurĂŒckzugeben.cite-ref-reserve-54-1[54]
WĂ€hrend der gesamten Bewerbungs- und EinfĂŒhrungsphase wurde angemahnt, dass bestimmte Interessenten ihre Top-Level-Domains nicht der Ăffentlichkeit freigeben wollen. Dazu gehörten beispielsweise LâOrĂ©al fĂŒr .beauty oder Amazon mit .music, dem ferner Experten zufolge fĂŒr .amazon nur noch geringe Erfolgsaussichten eingerĂ€umt werden.cite-ref-62[62] Aufgrund dessen begann die ICANN Mitte 2013 mit einer PrĂŒfung entsprechender Bewerbungen. Bis zu deren Ende sollte die EinfĂŒhrung betroffener Domains ausgesetzt werden.cite-ref-generics-4-1[4]
Literatur
âą Hans-Peter Oswald: Chancen und Gefahren der Neuen Top Level Domains. 1. Auflage. Books on Demand, ISBN 978-3-8482-5326-5.
Weblinks
âą Offizielle Projektseite der ICANN
⹠Liste der neuen bereits zugelassenen DomÀnen
Einzelnachweise
cite-note-11. â Die neuen Domainendungen. (PDF; 124 kB) united-domains, 17. Oktober 2012, abgerufen am 27. Januar 2020.
cite-note-22. â Florian Hitzelberger: .com knackt die 100 Millionen! In: domain-recht. 3. Februar 2012, abgerufen am 12. November 2012.
cite-note-33. â Monika Ermert: GrĂŒnes Licht fĂŒr neue Internet-Adresszonen. In: Heise Online. 26. Juni 2008, abgerufen am 12. November 2012.
cite-note-generics-44. â Florian Hitzelberger: ICANN friert âclosed genericsâ ein. In: domain-recht. 5. Juli 2013, abgerufen am 10. Juli 2013.
cite-note-55. â Daniel Dingeldey: dotBERLIN feiert 5. Geburtstag. In: domain-recht. 31. August 2010, abgerufen am 12. November 2012.
cite-note-66. â Monika Ermert: Neue Top Level Domains: ICANN beschlieĂt Ăffnung des Internet-Namensraums. In: Heise Online. 20. Juni 2011, abgerufen am 24. Januar 2013.
cite-note-77. â Mehr Platz im Web â Teil II. In: united-domains Blog. 20. Juni 2011, abgerufen am 24. Januar 2013.
cite-note-88. â Oliver Schwab: Neue Top-Level-Domains: ICANN eröffnet Bewerbungsphase. In: united-domains Blog. 11. Januar 2012, abgerufen am 12. November 2012.
cite-note-99. â Google, Amazon und Co. zahlen 25.000 Dollar im Jahr fĂŒr .app, .book, .music und viele mehr. In: t3n Magazin. 15. Juni 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 18. Juni 2012; abgerufen am 15. Juni 2012.
cite-note-1010. â Lennart Schmid: ICANN verlĂ€ngert Bewerbungsfrist fĂŒr neue Top-Level-Domains. In: united-domains Blog. 12. April 2012, abgerufen am 12. November 2012.
cite-note-1111. â Applied-for New gTLD Strings. (PDF; 616 kB) ICANN, 13. Juni 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 17. Oktober 2012; abgerufen am 13. November 2012 (englisch).
cite-note-1212. â Monika Ermert: Neue Top-Level-Domains: .sex ist out, .app begehrt. In: Heise Online. 13. Juni 2012, abgerufen am 13. November 2012.
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